Verschleiß an Programmierern

Wer unseren Blog regelmäßig liest, wird wissen, dass wir mittlerweile das Vergnügen mit mehreren Programmierern hatten. Dabei waren wir nicht immer vom Glück gesegnet. Dennoch haben wir daraus auch unsere Lektionen gelernt.

Stufe 1 – Programmierer innerhalb des Teams

Angefangen haben wir mit einem Informatiker in unserem Gründerteam. Mit ihm zusammen haben wir uns für eine Technologie entschieden – der wir bis heute treu geblieben sind. Allerdings war er – wie wir – auch ein Student und ist dann im Rahmen seines Studiums ins Ausland gewechselt und die Zusammenarbeit ist abgebrochen.

Lessons Learned

  • Sensibilisierung auf Technologie und Auseinandersetzung mit Implementierung
  • Entwurf eines Grobkonzeptes
  • Einblick in programmatische Denkweise

Stufe 2 – bezahltes Programmiererteam auf Stundenbasis

Als nächstes fertigten wir ein ausführliches Feinkonzept mit den gelernten Methodiken an. Dieses sollte nun die Grundlage für die weitere Programmierung sein. Wir fertigten Stellenanzeigen an und veröffentlichten diese in einschlägigen Foren und führten Bewerbungsgespräche – was für uns auch eine ganz neue Erfahrung gewesen ist (endlich saß man mal auf der anderen Seite des Tisches).

Wir ließen den Entwicklern relativ viele Freiräume und definierten nur sehr wage und schwammige “Meilensteine” (eigentlich konnte man es noch nichtmal Meilenstein nennen!). Um uns nicht in finanzielle Abgründe zu stürzen, legten wir einen maximalen Lohn pro Monat fest (ein Stundensatz wurde für jeden Entwickler individuell ausgehandelt)

Lessons Learned

  • keine Programmierung auf Stundenlohnbasis => Leute neigen dazu sich viel Zeit zu lassen
  • klare Definition von Meilensteinen und konkrete Aufgabenpakete zur Fortschrittsüberprüfung (auf Basis des Feinkonzeptes)
  • Aufwandseinschätzung durch Dritte (wenn man selber wenig von der Materie versteht)
  • es muss einen Teamleader geben, sonst verrennen sich die Beteiligten
  • klare Aufgabenteilung zwischen den Entwicklern

Stufe 3 – bezahlter Programmierer nach Ergebniserreichung

Aus den vorangegangenen Erfahrungen haben wir gelernt gehabt und einen sehr guten Fang mit dem neuen Programmierer gemacht. Wir führten wöchtenliche Treffen zur Fortschrittskontrolle ein. Die Bezahlung erfolgte immer pro Meilenstein mit fest definierten Modulen aus dem Feinkonzept. Im Dezember gab es schon die ersten Anzeichen, dass die Zusammenarbeit auch langsam zu Ende gehen wird. In der Hoffnung auf Besserung haben wir ihm damals eine Pause (zur Selbstfindung) von einem Monat eingeräumt – leider ergebnislos! Letzte Woche hat er sich dann mit folgenden Worten verabschiedet:

“Und ich habe auch keine Lust, euch neue Erklärungen aufzutischen, warum ich nichts machen konnte. Das heisst ich werde dieses Projekt nicht mehr weitermachen, so leid es mir auch tut!”

Die Grundgerüst steht auf jeden Fall, die Frage ist nur, ob zukünfte Entwickler damit was anfangen können oder wieder ganz von Vorne beginnen müssen. Durch die ergebnisorientierte Bezahlung war allerdings der finanzielle Verlust tragbar.

Lessons Learned

  • Teammitglieder arbeiten produktiver, wenn sie von der Idee komplett überzeugt sind
  • Entwickler in gewissem Maße an Konzeption teilhaben lassen (Gefühl der Selbstverwirklichung)
  • Regelmäßige Auskunft über den aktuellen Stand einholen
  • persönliche Probleme beeinflussen die Arbeitsleistung stark (sowohl negativ als auch positiv)

Wir sind auf jeden Fall gespannt, wie unsere vierte Stufe aussehen wird! Trotz der Rückschläge haben wir sehr viel aus unserer Erfahrungen lernen können. Wir hoffen auch, dass ihr diesen Beschreibungen unserer Erlebnisse zielführend für eure Projekte / Unternehmensgründungen nutzen könnt. Wir halten euch auf jeden Fall auf dem Laufenden wie es bei uns weitergeht.

Damit ist leider vorerst ein Kapitel abgeschlossen, was auf den ersten Blick sehr sehr vielversprechend aussah. Aber genau das ist ja der Reiz an einer Existenzgrünundung und vor Allem auch an unserem Blog. Man weiß halt nicht was auf uns zukommt. Wir sind genauso überrascht worden wie ihr.

das-Startup to be continued …

Erstellt am Montag 2. März 2009
Unter: Startup-Live | 2 Kommentare »

Gegenseitige Absicherung durch Verträge

wie ihr ja nun mitbekommen habt, ist es mit den Angestellten nicht immer so einfach. Heute mussten wir leider einem Entwickler kündigen. Der Grund dafür war, dass persönliche Absprachen einfach nicht eingehalten worden sind. Auch Abwesenheiten bei Teambesprechungen wurden nicht uns (also den Auftraggebern) sonder, dem Entwicklerteam mitgeteilt. Wir haben also immer nur über Dritte erfahren, warum diejenige Person fernbleibt. Mit folgendem Schreiben haben wir uns nun schlussendlich von diesem Mitarbeiter verabschieden müssen:

hiermit kündigen wir Ihnen den seit dem dd.mm.yyyy bestehenden Projektvertrag fristgemäß
nach §3 des Projektvertrages zum 31. September 2008.

Die Kündigung ist aus persönlichen Gründen notwendig geworden, da Absprachen nicht
eingehalten und abgesteckte Ziele nicht erreicht worden sind.
Mit dieser Kündigung ist die Aufforderung verbunden, bis zum fristgemäßen Ende des
Projektvertrages nicht weiter für das Projekt zu arbeiten.

Wie unschwer zu erkennen ist, liegt der Kündigung natürlich auch ein Vertrag zu Grunde. Was sollte man aber nun alles bei einem Vertrag beachten?

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Erstellt am Montag 15. September 2008
Unter: Startup-Live | Keine Kommentare »

Wie schnell verlernt man multiplizieren?

Heute erreichte uns die Stundenabrechnung von einem unserer Entwickler, wobei wir fast auf den Stuhl gekippt sind. Ein Betrag mit dem wir überhaupt nicht gerechnet haben stand dort. Fast doppelt so viel wie eigentlich diesen Monat für den Entwickler im Plan veranschlag waren.

Die Rechnung wurde nun von oben bis nach unten gescannt und ein simpler, jedoch ausschlaggebender Fehler in der Multiplikation der Stunden mit dem Stundensatz gefunden, der den doppelten Betrag ausgewiesen hat, als er eigentlich sollte.

Die Rechnung muss natürlich neu geschrieben werden, der richtige Betrag wird überwiesen und wir werden noch nicht anfangen an den Qualitäten unseres Entwicklers zu zweifeln!

Erstellt am Dienstag 19. August 2008
Unter: Startup-Live | Keine Kommentare »

Stundensatz steigt, Kosten klettern, Motivation bekommt Flügel

Man kennt das, zähe Gehaltsverhandlungen mit dem Vorgesetzen und als Ergebnis eine Erhöhung um 50€ pro Monat, die auch an Nebenbedingungen geknüpft sein kann. Aus Unternehmersicht hatten wir zum Abschluss der Verträge das erste Mal eine Konfrontation mit Gehaltsverhandlungen. Einer unserer Programmierer, welche für Programmierer wirklich einen für das Unternehmen sehr günstigen Stundensatz bekommen wollte 3€ mehr pro Stunde.

Bei einem Arbeitsaufwand von 50h den Monat sind das Mehrkosten von 150€, die für ein junges Unternehmen natürlich nicht leicht zu stemmen sind, vor allem, weil man ja nicht nur einen Monat Entwicklungszeit hat.

Aber es war uns durchaus bewusst, dass wir nicht entwickeln, um nur unser Interesse, die günstige technologische Entwicklung unserer Idee, durchprügeln wollen, sondern daran noch viele andere Faktoren geknüpft sind. Denn welchen Vorteil haben wir, wenn ein Programmierer, welcher im Normalfall mehr als das Dreifache bekommt, als er von uns erhalten kann, nicht motiviert ist für das Team zu arbeiten. Und welchen Einfluss hätte ein unmotivierter Programmierer auf den Anderen?

Sicherlich bringt eine sehr zum Wohle des Auftragnehmers geführte Verhandlung wie in der Überschrift beschrieben nicht unermesslichen Nutzen für das Unternehmen. Denn was bringt es einem, dem Programmierer einen immensen Betrag zukommen zu lassen, der klar unter den Mehrwert ist, den er durch seine Arbeit erzielen kann.

Sicherlich ist aber durch eine mitarbeiterorientierte Verhandlungspolitik, ohne die Interessen der Unternehmung zu vernachlässigen, viel Gewinn herauszuholen, denn die Mitarbeiter sind die Lebensversicherung eines jeden Unternehmens.

Erstellt am Donnerstag 14. August 2008
Unter: Startup-Live | Keine Kommentare »